Leben in der Schweiz – Information und Online-Beratung  

AIDS

In der Schweiz leben rund 20'000 Menschen, die mit dem HI-Virus infiziert oder an AIDS erkrankt sind:  d.h. weniger als 0,5 % der Bevölkerung ist Träger des Virus. In einigen Gruppen ist das Virus jedoch viel stärker verbreitet. Das gilt vor allem für Männer, die Sex mit Männern haben, für Migrantinnen und Migranten aus Subsahara-Afrika sowie für intravenös Drogen Konsumierende: In diesen Gruppen sind 5% und mehr mit HIV infiziert.

Das HI-Virus wird in erster Linie durch ungeschützten Geschlechtsverkehr sowie Spritzen- und Nadeltausch bei Drogenkonsum übertragen. Eine infizierten Mutter kann ihrem Kind das Virus während der Schwangerschaft, der Geburt oder beim Stillen weitergeben. Die Übertragung durch eine Bluttransfusion ist in der Schweiz dagegen aufgrund des hohen medizinischen Standards selten.

Krankheitsbild

Kurz nach der Infektion steigt die Viruszahl stark. Dabei können milde, grippeähnliche Symptome auftreten, die in der Regel nach 1-2 Wochen wieder verschwinden. Durch die Abwehrreaktion werden Antikörper gegen das HI-Virus gebildet. Diese können  nach drei Monaten zuverlässig im Blut nachgewiesen werden.
HIV-Test vor Ablauf der drei Monate ist daher nicht sinnvoll.

Es folgt eine symptomfreie Phase, die Monate oder Jahre dauern kann. In dieser Zeit nimmt dieViruszahl jedoch weiter zu. Dadurch wird das Immunsystem geschädigt. Schliesslich treten unspezifische Krankheitssymptome wie Schnupfen, Fieber, Husten etc. auf, bis schliesslich im letzten Stadium auf Grund der Immunschwäche die Krankheit Aids (Acquired Immune Deficiency Syndrome, auf Deutsch "erworbenes Immunschwächesyndrom"), mit lebensbedrohlichen Infektionen und Tumoren ausbricht.

Behandlung

Eine Infektion mit HIV ist nicht heilbar. Kann zum richtigen Zeitpunkt mit einer antiretroviralen Therapie begonnen werden, bestehen gute Chancen, die Zahl der Viren im Blut langfristig niedrig zu halten und so den Ausbruch von Aids viele Jahre hinauszuzögern.

Empfehlung
Treten nach  ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit einem Menschen aus einer der Risikogruppen (homo- oder bisexuelle Männer, Drogen Konsumierenden, MigrantInnen aus Subsahara-Afrika, Prostituierte) nach ein paar Tagen grippeähnliche Symptome, Juckreiz oder Brennen im Genitalbereich etc. auf,  ist es sinnvoll, einen Aids-Test machen zu lassen.

Prävention

Um sich vor einer Infektion zu schützen, gilt es die Safer Sex Regeln zu beachten und niemals gebrauchtes Drogenbesteck (Safer Use) zu benützen.

Die Safer Sex Regeln lassen sich wie untenstehend zusammenfassen
  • Vor einer Ansteckung schützt beim Anal- und Vaginalverkehr nur ein Kondom (für den Mann) oder ein Femidom (für die Frau).
  • Beim Oralverkeht gilt: Kein Sperma in den Mund und kein Sperma schlucken, kein Menstruationsblut in den Mund und kein Menstruationsblut schlucken.

Sex mit HIV-positiven Menschen

Die Diagnose HIV-positiv heisst nicht, dass die Betroffenen auf Intimität und Sexualbeziehungen verzichten müssen. Werden die entsprechenden Vorsichtsmassnahmen ergriffen, ist der Geschlechtsverkehr bedenkenlos.

Empfehlung
Mit Gelegenheitspartnerinnen und -partnern sollten immer die Safer-Sex-Regeln gelten.

Eine richtig eingenommene und vom Arzt regelmässig überprüfte HIV-Therapie senkt das Risiko beim ungeschützten Geschlechtsverkehr auf praktisch Null. In einer festen Partnerschaft kann daher ungeschützer Sex ein Thema sein.

Empfehlung
Ob ein Paar ungeschützten Geschlechtsverkehr praktizieren will, sollte immer gemeinsam entschieden werden. Es lohnt sich, sich zusammen von Fachpersonen beraten zu lassen.

Kinderwunsch

Das Risiko der Übertragung mit HIV besteht in der Schwangerschaft, während der Geburt und beim Stillen. Dank der HIV-Therapie kann man dieses Risiko aber vermeiden. 

Empfehlung
Paare sollte ihren Kinderwunsch möglichst früh mit einem Artz oder einer Ärztin besprechen.

Links:

Zum Seitenanfang