Leben in der Schweiz – Information und Online-Beratung  

Grundlagen zur öffentlich-rechtliche Anerkennung

Auch wenn bis anhin nur christliche oder jüdische Religionsgemeinschaften öffentlich-rechtlich anerkannt sind, ist das Kriterium  für eine öffentlich-rechtliche Anerkennung  nicht die  religiöse Wahrheit. Die Wahrheitsfrage können die Kantone aufgrund ihrer staatlichen Neutralität gar nicht beurteilen.

 
Entscheidend für eine öffentlich-rechtliche Anerkennung ist die gesellschaftliche Bedeutung einer Religionsgemeinschaft, d. h.:
  • ihr allgemeiner Rückhalt  in der Gesamtbevölkerung,  
  • die Zahl ihrer Mitglieder
  • ihre Mitarbeit  bei der Lösung gesellschaftlicher Probleme.  

Für eine Kooperation mit dem Staat braucht es aber einen ausreichenden Organisationsgrad, das heisst eine klare Zugehörigkeit der Mitglieder sowie Organe, die autorisiert sind, mit dem Staat zu verhandeln.  

Im Rechtssaat Schweiz können zudem nur Religionsgemeinschaften anerkannt werden, die  die staatliche Autorität und die verfassungsmässigen Grundrechte, insbesondere die Religionsfreiheit, akzeptieren.

Angesichts der Tatsache, dass heute rund 400‘000 Musliminnen und Muslime in der Schweiz leben, wird sich in den kommenden Jahren die Frage der Anerkennung der muslimischen Religionsgemeinschaften stellen, vorausgesetzt diese erreichen den nötigen Organisationsgrad.
 

Zum Thema: Grundlagen zur öffentlich-rechtlichen Anerkennung

Zum Seitenanfang