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Pensionskasse (BVG)

Obligatorische berufliche Vorsorge (BVG) soll die Leistungen der staatlich organisierten Sozialwerke AHV und IV ergänzen, die nur für das Existenzminimum aufkommen.

Wer ist versichert?

Das Obligatorium der beruflichen Vorsorge (BVG) gilt für alle  Arbeitnehmenden, die mindestens im Jahr CHF 19'891 verdienen, bzw. einen Monatslohn von mindestens CHF 1'658 Franken erhalten. Wer weniger verdient, muss vom Arbeitgeber nicht versichert werden.

 

Arbeitgeber müssen ihre Mitarbeiter ab Vollendung des 17. Altersjahrs versichern. Die ersten 7 Jahre (bis 24) decken die Beiträge nur für die Risiken von Tod und Invalidität. Ab 25 muss für die Altersrente gespart werden.

 

Achtung!
Verschiedene Personengruppen sind dem Obligatorium nicht unterstellt: darunter ArbeitnehmerInnen mit einem befristeten Arbeitsvertrag von höchstens drei Monaten, Selbständigerwerbende, im eigenen Landwirtschaftsbetrieb tätige Familienmitglieder oder Personen, die im Sinne der IV mindestens zu 70 Prozent erwerbsunfähig sind.

 

Was kostet die Berufliche Vorsorge

Alter
% des versicherten Lohns
25 bis 34
7 %
35 bis 44
10%
45 bis 54
15%
55 bis Pensionierung
18%

 

Obligatorisch versichert sind Löhne, respektive Lohnanteile, zwischen CHF 19'891 und CHF 79'560. Höhere oder tiefere Gehälter müssen nicht berücksichtigt werden. Sie können jedoch freiwillig eingeschlossen werden.

 

Um eine Leistungsüberschneidung mit der 1. Säule (AHV/IV) zu vermeiden, wird vom Bruttolohn der so genannte Koordinationsabzug von CHF 23'205 abgezogen. Was übrig bleibt, nennt man den «versicherten Lohn».  Das heisst: Verdienen Sie im Jahr zum Beispiel einen Bruttolohn von CHF 60'000, ist der versicherte Lohn CHF 36'795, auf dem Prämiensumme basiert.

 

Arbeitnehmende, die zwischen CHF 19'890 und CHF 23'205 verdienen, werden für einen Lohn von 3'315 versichert.

 

Wer bezahlt?

Das BVG kennt wie die AHV den Grundsatz der kollektiven Finanzierung: Der Arbeitgeber muss mindestens die Hälfte des Beitrags übernehmen.  Es steht den Arbeitgebern frei, mehr an die Kosten der Pensionskassen zu zahlen.

 

Ebenfalls wie in der AHV schulden die Arbeitgebenden die gesamten Beiträge (ihren Anteil und den Anteil der Arbeitnehmenden, welcher direkt vom Lohn abgezogen wird).
 

Ab wann gibt es Altersrenten

Das Pensionsalter liegt für Männer bei 65 und für Frauen bei 64 Jahren. Eine vorzeitige Pensionierung ist möglich: Mindestalter ist 58 Jahre.

 

Achtung!
Bei einer vorzeitigen Pensionierung sind die Renten reduziert. Lassen Sie ich Ihre Rente von Ihrer Pensionkasse detailliert errechnen!

 

Wie hoch sind die Altersrenten?

Bei der beruflichen Altersvorsorge handelt es sich um einen individuellen Sparprozess. Wer viel einbezahlt, erhält viel; wer wenig einbezahlt, nur wenig. Gegenwärtig erhalten Männer 7,05% ihres angesparten Guthabens als Altersrente ausbezahlt. Frauen erhalten 7.1 Prozent. Bis 2014 soll er Umwandlungssatz auf 6.8 Prozent gesenkt werden.

 

Was heisst das: Wenn Sie zum Beispiel 100'000 CHF Altersguthaben angespart haben, erhalten Sie eine Jahresrente von 7000 CHF, Ihnen werden somit neben Ihrer AHV-Rente monatlich noch rund 580 CHF ausbezahlt.

 

Kapitalabfindung statt Rente

Auf Anfrage ist der versicherten Person ausserdem ein Viertel ihres Altersguthabens als Kapitalabfindung auszurichten. Die Vorsorgeeinrichtung kann anstelle der Rente eine Kapitalabfindung ausrichten, wenn die Rente weniger als 10 Prozent Mindestaltersrente der AHV beträgt.
 
Achtung!
Die versicherte Person hat beim Gesuch für eine Kapitalabfindung die von der Vorsorgeeinrichtung festgesetzten Fristen zu beachten.

Empfehlung
Lassen Sie sich immer beraten, bevor Sie sich für eine Form der Kapitalabfinden entscheiden.

Zum Thema: Pensionskasse, Dritte Säule, AHV